Eigenbluttherapie

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Fühlen Sie sich manchmal müde und ausgelaugt? Haben Sie vielleicht das Gefühl, sich von der letzten Krankheit nicht richtig erholt zu haben? Die Eigenblut-Therapie gehört zu den Reiz- oder Umstimmungs-Therapien und bewirkt, dass Ihre Selbstheilungskräfte aktiviert werden.

Eigenblut-Therapie (klassisch)

Obwohl bereits im alten Ägypten und auch in China Behandlungen mit Blut als Heilmittel bekannt waren, wird der Ursprung der Eigenbluttherapie dem Jahre 1874 zugeschrieben, als der englische Arztes William Highmore erstmals mit Eigenblut experimentiertet. Highmore bereitete das Blut, das einige seiner Patientinnen bei der Geburt verloren hatten, mit einem speziellen Verfahren auf und führte es ihnen per Infusion wieder zu. Dadurch rettete er vielen Frauen das Leben. In den folgenden Jahren untersuchten zahlreiche Ärzte die Heilwirkung von Eigenblut. Die Methode wurde bis heute weiterentwickelt und gehört inzwischen zu den von Heilpraktikern und Ärzten gerne und erfolgreich angewendeten Behandlungen.

Wie funktioniert die „klassische“ Eigenblut-Therapie?

Bei der Eigenblutbehandlung wird eine kleine Menge Blut entnommen und anschließend wieder in die Muskulatur gespritzt. Das eigene Blut wird vom Körper als fremd angesehen und löst eine Immunreaktion aus. Das stimuliert die körpereigene Abwehr und die Selbstheilungskräfte werden aktiviert.
Sie wird vor allem bei Abwehrschwäche, Infektionen und Erschöpfungszuständen angewandt.

PRP (Plasmatherapie): erythrozytenfreies Eigenblut

Diese modifizierte Form der Eigenbluttherapie hat Ende der 1990er-Jahre der US-amerikanische Professor für Chirurgie und Leiter der Abteilung für orale und maxillofasziale Chirurgie der Universität von Miami, Robert E. Marx, entwickelt. Marx untersuchte, wie Knochentransplantate schneller zusammenwachsen bzw. Implantate schneller einwachsen. Er fand heraus, dass aus Blut gewonnenes thrombozytenreiches (plättchenreiches) Plasma den Heilungs- bzw. Wachstumsprozess der Knochen um bis zu 2,16- mal steigert und ebenso die Knochendichte zunehmen lässt. [1]

Wie funktioniert die Behandlung mit erythrozytenfreiem Eigenblut (PRP, Plasmatherapie)?

Plättchenreiches Plasma wird durch zweifaches Zentrifugieren aus 15 ml Blut gewonnen. Dabei wird das mit einem Antikoagulans (Na-Citrat) versetzte Vollblut in spezielle Röhrchen gefüllt. Verwendung findet überwiegend jenes 1 % Prozent PRP, dessen Plättchenkonzentration etwa neunmal so hoch ist wie im normalen Plasma. Diese Plättchen setzen, sobald sie in Kontakt mit Haut-, Gefäß- oder Bindegewebszellen treten, unterschiedliche Wachstumsfaktoren frei. Zu diesen zählen die Platelet Derived Growth Factors PDGFA, PDGF-B, PDGF-C und PDGF-D, die Transformierenden Wachstumsfaktoren TGF-Beta 1 und TGF-Beta 2, der Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF), der Epidermal Growth Factor (EGF) und der Insuline-like Growth Factor (IGF-1). Wachstumsfaktorenwerden von Thrombozyten üblicherweise bei Verletzungen aktiviert, regen unter anderem die Zellteilung von Fibroblasten und Endothelzellen an und tragen damit entscheidend zur Wundheilung und Zellerneuerung bei.

Ihren Einsatz findet diese Eigenbluttherapie (PRP) in Bereichen der Orthopädie, Sportmedizin, Schmerztherapie und Traumatologie, in denen Gewebereparatur und Wundheilung unterstützt bzw. beschleunigt werden sollen.

[1] Marx RE et al.: Platelet-rich plasma: Growth factor enhancement for bone grafts. Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol Endod. 1998 Jun; 85(6): 638-46.

Vorteile der Eigenbluttherapie:

  • zu 100% natürlich
  • die eigenen Selbstheilungskräfte werden unterstützt und gefördert
  • keine Nebenwirkungen zu erwarten
  • vielseitig einsetzbar