Raumluft natürlich filtern: mit Zimmerpflanzen gegen Formaldehyd und Co!

Raumluft natürlich filtern: mit Zimmerpflanzen gegen Formaldehyd und Co!

Foto: Jellaluna / Flickr / CC Lizenz

Haben Sie Zuhause oder im Büro Zimmerpflanzen? Wenn nicht, sollten Sie sich schleunigst welche zulegen, denn Pflanzen sind nicht nur schön grün, sondern können der Gesundheitsvorsorge dienen!

In dem Beitrag erfahren Sie, …

  • wie man Frischluft pflanzt.
  • wieso und wie Pflanzen Schadstoffe aufnehmen können.
  • woher die Schadstoffe kommen und welche Krankheits-Symptome sie auslösen können.
  • ob und wie man Schadstoffbelastungen untersuchen kann.
  • per Video, wie viele Pflanzen pro Person man für saubere Raumluft braucht.

Dieser Artikel stellt Ihnen die geeignetsten Pflanzen vor:

  • die TOP 4 der Pflanzen der ersten NASA-Versuchsreihe (10-fach erhöhte Giftkonzentration)
  • die TOP 6 der NASA in normaler Raumluft

 

Die NASA und die Pflanzen-Studie

Die meiste Zeit des Tages verbringen wir in geschlossenen Räumen. Oft über 20 Stunden pro Tag! Drinnen ist die Konzentration von Schadstoffen um ein vielfaches höher als draußen.

Die NASA hat in einer Studie (15.09.1989) verschiedene Pflanzen getestet, wie gut sie bestimmte Gifte aus der Luft filtern können.  Sie durchliefen verschiedene Versuchsreihen.

  • In der Ersten wurden sie in luftdichte Plastikkästen gesteckt. Diese wurden mit hohen Konzentrationen je eines Schadstoffes gefüllt, 10 Mal höher als in normaler Raumluft. Gemessen wurde, wieviel Prozent Formadehyd, Benzol und Trichlorethylen (TCE) usw. innerhalb 24 Stunden von den Pflanzen abgebaut wurde.
  • Später wurden Sie auch unter normalen Raumluftverhältnissen getestet (siehe Ende des Artikels).

 

Bestimmte Pflanzen lieferten in luftdichten Plastikkästen unter 10-fach erhöhter Giftkonzentration herausragende Ergebnisse:

Die TOP 4 unter 10-fach erhöhter Giftkonzentration

 

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GOLDFRUCHTPALME
(Chamaedorea seifrizii)

  • Formaldehyd 76%
  • Benzol 34%
  • TCE 16%
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CHRYSANTHEMEN
(Chrysanthemum)

  • Formaldehyd 61%
  • Benzol 53%
  • TCE 41%
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DRACHENBAUM
(Dracaena deremensis „Warneckii“)

  • Formaldehyd 50%
  • Benzol 52%
  • TCE 10%

GERBERA
(Gerbera)

  • Formaldehyd 50%
  • Benzol 68%
  • TCE 35%

 

Die Goldfruchtpalme ist ein wahrer Formaldehyd-Killer mit 76% Reduzierung. Benzol reduzierte sich um 34%, Trichlorethylen um 16%.
Die Blätter von Chrysanthemen verringerten Formaldehyd um 61 %, Benzol um 53 % und Trichlorethylen um 41 %.
Der Drachenbaum (Warneckei) baute den Formaldehydgehalt zu 50% ab. Er schaffte gute Werte bei Benzol  (52 %) und Trichlorethylen (10%).
Die Blätter der Gerbera reduzierten Formaldehyd um 50 %, Benzol um 68 %, Trichlorethylen um 35 %.

 

Von Amerika nach Indien – Frischluft kann gepflanzt werden!

Diese NASA-Studie war der Auslöser für eine weitere Studie in Indien. In New Delhi wurde das Paharpur Business Center (PBC) per pflanzlicher Klima- und Luftreinigungsanlage mit sauberer und kühler Luft versorgt. Die Ergebnisse sind unglaublich! Sie können Ihre eigene Frischluft pflanzen!

 

Woher kommen die Schadstoffe?

Die Umweltgifte sind überall.

  • Formaldehyd: z.B. aus Isolierungen, Möbel (Spanplatten), Brandschutzmittel, Klebebinder in Bodenbelägen, Zigarettenrauch, Tapeten, Reinigungsmittel, Desinfektions- und Waschmittel, Weichspüler, Kosmetikprodukte
  • Benzol: z.B. aus Drucker, Kopierer, Abgase, Lacke, Kunststoffe, Gummi, Farbstoffe, Reinigungsmittel, Benzin, Zigarettenrauch, verschiedene Verbrennungsvorgänge, synthetische Fasern, Klebstoff
  • Trichlorethylen (TCE): z.B. in Reinigungsmitteln, Lacken, Lösungsmitteln, Farben, Asphalt, Druckertinte, Klebstoffe, Kunstleder, Imprägnierungsmitteln, Desinfektionsmittel, Insektensprays
  • Kohlenmonoxid: z.B. Zigarattenrauch usw.

Auch die Menschen selbst geben Schadstoffe an die Luft ab. Außer Kohlendioxid sind es bis zu 150 weitere flüchtige Stoffe, z. B.

  • Kohlenmonoxid
  • Wasserstoff
  • Methan
  • Alkohole
  • Phenole
  • Ammoniak oder
  • Schwefelwasserstoff.

Ältere Teppiche enthalten Staub, Milben, Mikroorganismen und winzige Feststoffe. Sie zerfallen allmählich und kleine Fasern gelangen in die Raumluft, v.a. bei trockener Luft. Diese Schwebeteilchen sind ideale Grundlage für Keime, die sich auf ihnen festsetzen können.
Durch gute Fensterdichtungen und seltenes Lüften steigt die Konzentration der Schadstoffe in Innenräumen stetig an.

 

Welche Symptome können die Schadstoffe verursachen?

  • Schwindel
  • gereizte Augen, Nase und Hals
  • Kopfschmerzen
  • Allergien
  • Asthma, Bronchitis
  • verstopfte Nase
  • Hustenreiz
  • Depression, Müdigkeit, Schlafstörungen
  • Unwohlsein

 

Schadstoffbelastung untersuchen

Kann man herausfinden, ob tatsächlich eine Schadstoffbelastung der Grund für Krankheits-Symptome bzw. Krankheiten sind? Ja, man kann. MEDICAL AESTHETIC arbeitet mit spezialisierten Labors zusammen, die ein umfangreiches Spektrum an Laboranalysen bieten, zum Beispiel:

  • Schwermetalle (Blei, Quecksilber, Arsen usw.)
  • Lösungsmittel und Aromate:
    • Lösungsmittelscreen
    • Phenol im Urin (Benzolbelastung)
  • Chlororganische Substanzen:
    • Polychlorierte Biphenyle (PCB)
    • Pentachlorphenol (PCP)
    • Hexachlorcyclohexan Metabol
  • Pestizidescreening

 

Was bewirken Zimmerpflanzen für die Gesundheit?

Viel wurde über die Auswirkungen von Zimmerpflanzen geforscht.

  • Pflanzen wirken stressmindernd, denn ihr Anblick entspannt uns. Mit Blick auf Pflanzen werden schwierige Situationen besser gemeistert, Patienten in Krankenhäusern brauchen weniger  Medikamente und sind nach Operationen schneller gesund. Da reicht auch schon der Ausblick aus einem Fenster auf einen Park oder auf ein Pflanzenbild.
  • Pflanzen erhöhen die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen. Im Winter kann diese auf 25 – 30 % sinken. Mit 3 – 6 größeren Zimmerpflanzen lässt sich in einem Raum von 30 Quadratmetern die ideale Luftfeuchtigkeit von 45 – 55 % erreichen. Eine Papyrus-Pflanze von 1,5 m Höhe verdunstet 1 – 2 Liter Wasser pro Tag!
  • Pflanzen sind Schadstofffilter

 

Wie und wie viele Schadstoffe kann eine Pflanze aufnehmen?

 

Wie verschwinden die Schadstoffe?

Die grünen Teile der Pflanze können chemische Bestandteile aus der Luft abbauen bzw. binden.

  • Die Luftschadstoffe werden entweder gleich in den Blättern aufgespalten und abgebaut. (v.a. wenn die Blätter staubfrei sind!)
  • Oder die Pflanze bindet sie, gibt sie über die Wurzeln ab, und sie dienen für symbiotische Mikroben als Nährstoffe (sie machen quasi aus Schadstoffen Futter für Kleinstlebewesen).

Sehr gut eignet sich das aktivkohlehaltige Substrat von Hydrokulturen. (Die Suche nach Hydrokulturen in den üblichen Heimwerkermärkten können Sie sich sparen. Sie sind momentan leider out und nur im Internet oder bei spezialisierten Händlern zu bekommen.)

 

Wieviel Schadstoffe werden gefiltert?

Je besser die Pflanzen versorgt sind (Lichtverhältnisse, Temperatur, Wasser und Nährstoffangebot, regelmäßig abgestaubte Blätter), je größer und vitaler sie sind, desto besser ist die Befeuchtungs- und Reinigungsleistung.

Vorsicht: Jede Zimmerpflanze (ob Schnittblume oder Topfpflanze) kann Allergien auslösen. Vergleichsweise oft tut dies Ficus Benjamin, die Birkenfeige. Auch Korbblütler (Gänseblümchen) oder Frühblüher (Primeln) können Reaktionen auslösen.

 

Die TOP 6 der NASA in normaler Raumluft

In der letzten Versuchsreihe der oben genannten Studie wurden die Leistung der Pflanzen unter normaler Raumluft getestet. Die besten 6 Pflanzen waren:

 

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EFEU
(Hedera helix)

  • Benzol 90%
  • TCE 10%
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SCHEIDENBLATT
(Spathiphyllum)

  • Benzol 80%
  • TCE 23%
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Gerandeter DRACHENBAUM
(Dracaena marginata)

  • Benzol 79%
  • TCE 13%
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EFEUTUTE
(Epipremnum aureum)

  • Benzol 73%
  • TCE 9%

DRACHENBAUM
(Dracaena deremensis „Warneckii“)

  • Benzol 70%
  • TCE 20%
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BOGENHANF
(Sansevieria)

  • Benzol 53%
  • TCE 14%

 

Wenn sie noch mehr Infos möchten: Hier finden Sie eine Liste mit Pflanzen, die Giftstoffe aus der Luft entfernen.

Übrigens: Bogenhanf (oder Orchideen) sind ideal fürs Schlafzimmer, da diese Nachts Sauerstoff produzieren.

Fazit: gehen Sie los und kaufen Sie sich ein paar Spathiphyllums (Scheidenblätter) etc. und tun sie Ihrem Körper und Ihrer Seele damit was Gutes! ; )

Haben Sie Fragen oder Anmerkungen zum Artikel? Gerne per Mail oder ins Kommentar-Feld.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, sagen Sie es weiter! : )

Fotos:
– Goldfruchtpalme: Starr Environmental / Flickr
– Chrysanthemen: Andrea_44 / Flickr
– Drachenbaum: Lauren Gutierrez / Flickr
– Gerbera: Care_SMC / Flickr
– Efeu: gweni63 / Flickr
– Scheidenblatt: audreyjm529 / Flickr
– Gerandeter Drachenbaum: blumenbiene / Flickr
– Efeutute: Starr Environmental / Flickr
– Drachenbaum: blumenbiene / Flickr
– Bogenhanf: cocobronco / Flickr

3 Kommentare
  • Pingback:7 Tipps gegen trockene Haut im Winter | MEDICAL AESTHETIC
    Geschrieben um 11:03h, 23 Januar Antworten

    […] reinigen sie die Raumluft von Schadstoffen. Wie sie das schaffen, haben wir in bereits in einem Artikel für Sie dargestellt. Das Ergebnis: ein gutes […]

  • Bodo Röse
    Geschrieben um 22:47h, 28 August Antworten

    Und bei Schwermetallen????

    • Tatjana Amberger
      Geschrieben um 12:42h, 27 September Antworten

      Hallo, die Nasa-Forschungen, auf die sich dieser Artikel bezieht, untersuchte nur die angegebenen Toxine. Mit Schwermetallen wurden keine Studien gemacht.

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